Startseite · Blog · Karpaltunnelsyndrom

Karpaltunnelsyndrom: Taubheit in der Hand – wann hilft eine OP?

Von Dr. Philippe Ghobrial · Facharzt für Orthopädie & Traumatologie · 4. April 2026 · Lesezeit: ca. 5 Min.

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Medizin ist ein sich ständig weiterentwickelndes Fachgebiet – trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für vollständige Aktualität übernommen werden. Vollständiger Hinweis →

Nächtliches Kribbeln in den Fingern, ein taubes Gefühl beim Autofahren, Schmerzen, die bis in den Unterarm ausstrahlen – das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist eine der häufigsten Nervenkompressionskrankheiten und betrifft sowohl Frauen, als auch Männer.

Was ist das Karpaltunnelsyndrom?

Der Karpaltunnel ist ein enger Kanal an der Handgelenksinnenseite, durch den der Nervus medianus (Mittelnerv) und neun Beugesehnen verlaufen. Wenn das umliegende Gewebe anschwillt – durch Überbelastung, hormonelle Veränderungen, Erkrankungen wie Diabetes oder einfach durch anatomische Enge – wird der Nerv komprimiert. Die Folge: Kribbeln, Taubheit und Schwäche in Daumen, Zeige- und Mittelfinger.

Typische Symptome im Überblick

  • Kribbeln und Taubheit in Daumen, Zeige- und Mittelfinger (klassischerweise nachts)
  • Schmerzen im Handgelenk, die in den Unterarm ausstrahlen
  • Schwächegefühl beim Greifen (Tasse halten, Flasche öffnen)
  • Im fortgeschrittenen Stadium: sichtbarer Muskelschwund am Daumenballen

Wann reicht konservative Behandlung?

Bei leichten bis mittelschweren Fällen sind folgende Maßnahmen oft wirkungsvoll:

  • Nachtschiene: Eine Handgelenksschiene in Neutralstellung entlastet den Nerv und lindert nächtliche Beschwerden zuverlässig
  • Kortison-Infiltration: Eine gezielte Injektion ins Karpaltunnel-Kompartiment kann Entzündung und Schwellung reduzieren
  • Ergonomie & Physiotherapie: Anpassung von Arbeitsabläufen und gezielte Übungen

Wichtig: Konservative Maßnahmen lindern die Symptome, beheben aber meist nicht die Ursache. Bei anhaltenden Beschwerden oder neurologischen Ausfällen ist eine Operation der effektivere Weg.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Eine operative Versorgung empfehle ich bei:

  • Anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Therapie über mehrere Monate
  • Zunehmender Muskelschwäche oder Muskelschwund am Daumenballen
  • Dauerhafter (nicht nur nächtlicher) Taubheit
  • Elektromyographisch (EMG) nachgewiesener schwerer Nervenschädigung

Wie läuft die Operation ab?

Die Karpaltunnel-Spaltung (Dekompression) ist ein kleiner, präziser Eingriff. Über einen etwa 2–3 cm langen Schnitt an der Handgelenksinnenseite wird das Querband (Retinaculum flexorum), das den Tunnel nach oben begrenzt, durchtrennt. Damit gewinnt der Nerv sofort mehr Platz.

Der Eingriff dauert 15–20 Minuten, erfolgt in Lokalanästhesie oder kurzem Dämmerschlaf, und ist ambulant möglich. Die Naht wird nach ca. 10–14 Tagen entfernt.

Die Ergebnisse sind ausgezeichnet: Die meisten Patienten berichten bereits in der ersten Nacht nach der OP von deutlich weniger oder keinem Kribbeln mehr.

Was Sie nach der OP erwarten können

  • Leichte Tätigkeiten (Tippen, Schreiben) gleich nach der OP
  • Körperlich belastende Arbeit nach mehreren Wochen
  • Volle Kraft nach 4–8 Wochen

Bei sehr lange bestehenden schweren Schädigungen kann die Nervenregeneration länger dauern – ein weiterer Grund, nicht zu lange mit der Behandlung zu warten.

Dr. Philippe Ghobrial

Dr. Philippe Ghobrial

Facharzt für Orthopädie & Traumatologie · Wahlarzt Wien · Spezialist für Handchirurgie

Kribbeln oder Taubheit in der Hand?

Ich bespreche Ihren Befund gerne persönlich und erkläre Ihnen alle Optionen – transparent und ohne Druck.

Termin vereinbaren

Leistungsseite

Karpaltunnelsyndrom Operation Wien

Ambulante OP, Lokalanästhesie, kurze Ausfallzeit – alle Details zum Eingriff bei Dr. Ghobrial.

Karpaltunnel-OP Wien – alle Infos →

Weitere Artikel