Arthroskopie · Knie · Meniskus
Kniearthroskopie: Was passiert bei der Operation?
Von Dr. Philippe Ghobrial · Facharzt für Orthopädie & Traumatologie · 15. Jänner 2026 · Lesezeit: ca. 5 Min.
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Die Kniearthroskopie – auch als „Kniespiegelung" oder „Kniegelenksspiegelung" bekannt – ist eine der häufigsten orthopädischen Operationen überhaupt. Und das aus gutem Grund: Sie erlaubt es dem Chirurgen, das Kniegelenk mit winzigen Schnitten präzise zu beurteilen und zu behandeln, ohne das Gelenk vollständig zu eröffnen.
Wann ist eine Kniearthroskopie sinnvoll?
Eine Arthroskopie des Knies ist indiziert bei:
- Meniskusrissen (Innenmeniskus oder Außenmeniskus)
- Kreuzbandverletzungen (Rekonstruktion des vorderen und hinteren Kreuzbands)
- Knorpelschäden (Knorpelglättung, Mikrofrakturierung)
- Freien Gelenkkörpern (sogenannte „Gelenkmäuse")
- Chronischer Synovitis (Gelenkinnenhautentzündung)
Eine Kniearthroskopie empfehle ich, wenn konservative Therapien — Physiotherapie, Infiltrationen mit Volon, Plasma oder Hyaluronsäure, Schonung — nicht den gewünschten Erfolg bringen. Bei eindeutigen mechanischen Problemen wie einem einklemmenden Meniskusriss oder freien Gelenkkörpern ist der Eingriff oft die erste und richtige Wahl.
Wie läuft die Operation ab?
Die Kniearthroskopie erfolgt meist in Kurznarkose oder Spinalanästhesie. Ich mache zwei bis drei kleine Hautschnitte (ca. 5 mm), durch die eine dünne Kamera (das Arthroskop) und die Operationsinstrumente eingeführt werden. Das Gelenk wird mit einer sterilen Spülflüssigkeit aufgefüllt, damit ich freie Sicht auf alle Strukturen habe.
Je nach Befund wird dann die Behandlung direkt durchgeführt: beim Meniskusriss z. B. eine Teilresektion (Entfernung des gerissenen Anteils) oder eine Naht (Refixation), bei Knorpelschäden eine Glättung oder spezielle Regenerationstechnik.
Die Operation dauert je nach Komplexität zwischen 20 und 60 Minuten.
Was erwartet Sie nach der Operation?
Dank der minimal-invasiven Technik sind die Schmerzen nach einer Kniearthroskopie im Vergleich zu offenen Eingriffen deutlich geringer. Viele Patienten können das Bein je nach Eingriff noch am gleichen Tag belasten.
- Meniskusteilresektion: Belastung meist direkt nach der Operation möglich, Sport nach einigen Wochen
- Meniskusnaht: Teilbelastung für ca. 6 Wochen, Sport erst nach einigen Monaten
- Kreuzbandrekonstruktion: Komplexere Reha, Rückkehr zum Sport nach 6–9 Monaten
Schwellungen und ein Wärmegefühl im Knie in den ersten Wochen sind normal und kein Grund zur Sorge.
Meine persönliche Empfehlung
Eine Kniearthroskopie ist kein Eingriff, den man leichtfertig durchführen sollte – aber auch keiner, vor dem man sich unnötig fürchten muss. In den richtigen Händen ist sie präzise, sicher und ermöglicht eine deutlich schnellere Genesung als offene Alternativen.
Wenn Sie unter Knieschmerzen leiden, die trotz konservativer Therapie nicht besser werden, lade ich Sie herzlich zu einem Beratungsgespräch ein. Gemeinsam finden wir heraus, ob und welcher Eingriff für Sie der richtige ist.
Dr. Philippe Ghobrial
Facharzt für Orthopädie & Traumatologie · Wahlarzt Wien · Spezialist für minimal-invasive Gelenkchirurgie
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